Kaltfront, DANA, Medicane… das ungemütliche Wetter an der Mittelmeerküste zum Jahreszeitenwechsel ist zu einer wiederkehrenden Bedrohung geworden, an die man sich unmöglich gewöhnen kann. Barcelona hat in den letzten Wochen eine der schlimmsten Starkregenereignisse der letzten 40 Jahre erlebt. Eine Situation, die die Behörden dazu gezwungen hat, den Inuncat-Plan zu aktivieren und wiederholt ES-Alert-Meldungen wegen möglicher Überschwemmungen und des Auftretens eines Medicane oder Medicán zu versenden.
Aber … was genau ist ein „Medicán“? Dieser Begriff entsteht aus der Zusammenziehung von „Mittelmeer“ und „Hurrikan“, und die Bedeutung ist genau das: ein subtropischer Mittelmeerzyklon. Es handelt sich um ein Phänomen, das ähnlich wie eine DANA entsteht: Eine große Kaltluftmasse trifft auf eine andere große Warmluftmasse, was zu einer Phase atmosphärischer Instabilität führt, die starke Windböen und extreme Niederschläge innerhalb sehr kurzer Zeit mit sich bringt.
Die Erwärmung des Mittelmeers – Treibstoff für den Medicán
Und warum gerade im Mittelmeer? Dieses Phänomen tritt besonders an unserer Küste auf, weil das Mittelmeer eines der wärmsten Meere der Welt ist und sich um 20 % schneller erwärmt als der Rest. Das heißt, wenn sich dieser Trend fortsetzt, werden solche Ereignisse immer häufiger vorkommen.
In den Monaten September und Oktober kommt es häufiger zu solchen Ereignissen, wenn die ersten Kaltluftmassen eintreffen und die Meerestemperatur ihren Höchststand erreicht. Der Hauptunterschied zwischen einer DANA und einem Medicán besteht darin, dass zum Medicán zusätzlich zu den sintflutartigen Regenfällen und möglichen Überschwemmungen noch die enorme Zerstörungskraft des Windes und extremer Wellengang hinzukommen. Ein weiterer Unterschied ist, dass der Medicán einen warmen Kern und ein wolkenfreies zentrales Auge hat.
Eines der jüngsten und katastrophalsten Beispiele ist der Medicán Daniel, der 2023 die Küsten Libyens verwüstete und mehr als 5.200 Todesopfer forderte. Laut den Wetterdiensten sind die Tage mit dem höchsten Risiko für die spanische Küste in diesem Jahr bereits vorbei, auch wenn es in den kommenden Wochen noch zu weiteren Episoden mit starkem Regen kommen könnte.