Eines der häufigsten Probleme bei der Suche nach einem Reiseziel ist der Zeitmangel und der Drang, alles sehen zu wollen. Die Gelegenheit nutzen zu wollen und nichts verpassen zu wollen, ist oft eher eine stressige als eine entspannende Erfahrung.
Zum Glück gibt es Orte, die uns das Ganze einfacher machen und die so spektakulär sind, dass es sich lohnt, einen Kurztrip nur zu organisieren, um sie zu genießen.
Kannst du dir einen See auf fast 3.000 Metern Höhe vorstellen, von dem aus man das größte Naturschutzgebiet Kataloniens überblicken kann? Es gibt ihn, er liegt etwa 200 Kilometer von Barcelona entfernt und ist bekannt als Estany de la Conca Gelada.
Dieser Ort, versteckt zwischen den Felsen der Pyrenäen, ist auch eines der bestgehüteten Geheimnisse von Bergsteigern und Wanderern, da er kaum von Touristen besucht wird. Allerdings ist der Zugang nicht einfach und die Routen, die dorthin führen, sind nichts für Anfänger.
Dieser Glets chersee ist der höchstgelegene in ganz Katalonien und bietet einen atemberaubenden Blick auf den höchsten Gipfel der Region: die Pica d’Estats. Er liegt im Naturpark Alto Pirineo, dem größten Naturschutzgebiet der Region, wo man filmreife Landschaften und Dutzende einheimischer Tier- und Pflanzenarten beobachten kann.
Anreise und Campingvorschriften
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man direkt am See zelten darf, auch wenn die Einschränkungen und Regeln sehr genau sind und man sie sich vor dem Übernachten gut durchlesen sollte: Du darfst hier nur eine Nacht bleiben und dein Zelt oder Biwak nur zwischen 20:00 Uhr und 08:00 Uhr am nächsten Tag aufschlagen. Außerdem gilt für Gruppen eine Obergrenze von 3 kleinen Zelten; wenn ihr mehr braucht, müsst ihr eine Sondergenehmigung beantragen.
Dank der Höhenlage und der Tatsache, dass es sich um ein praktisch unberührtes Gebiet handelt, gibt es keinerlei Lichtverschmutzung, und ihr könnt einen unvergleichlichen Blick auf den Sternenhimmel genießen. Das bedeutet aber auch, dass die Anfahrt ziemlich kompliziert ist: Am besten parkst du dein Auto auf dem Parkplatz von La Molinassa (auf etwa 1.800 Metern Höhe) und legst den Rest des Weges bis zum See zu Fuß zurück.
Aber vergesst nicht, dass es sich um eine sehr anspruchsvolle Strecke für unerfahrene Wanderer handelt und es mehr als 9 oder 10 Stunden dauern kann, bis ihr den See erreicht. Am besten bereitet ihr die Route gründlich vor und nehmt genau die Ausrüstung mit, die ihr wirklich braucht.
Route der Schmuggler und Flüchtigen
Auch wenn ihr keine Aufzeichnungen oder Erklärungen zur Vergangenheit dieser Gegend finden werdet, ist es doch eine Tatsache, dass sie aufgrund ihrer Nähe zur französischen Grenze historisch gesehen ein Weg für Schmuggler und Flüchtlinge war.
Diese Routen waren im 20. Jahrhundert besonders bedeutsam, da sie als Durchgangsroute für Flüchtlinge des Spanischen Bürgerkriegs und später des Zweiten Weltkriegs dienten. Wer weiß, vielleicht findet ihr ja ein Relikt oder einen verlorenen Gegenstand, der schon Dutzende oder sogar Hunderte von Jahren alt ist.