Wenn die Kälte langsam in die Straßen von Barcelona Einzug hält und die Nachmittage kürzer werden, wird es fast schon zu einem instinktiven Bedürfnis, Zuflucht in der Wärme einer guten Geschichte zu suchen. In einer Stadt, die sich ständig wandelt und in der Tausende unterschiedlicher Lebenswelten nebeneinander existieren, bietet uns die große Leinwand einen Spiegel, in dem wir uns betrachten können, um über unsere Wurzeln, unser gemeinsames Gedächtnis und dieses Gefühl der Zugehörigkeit nachzudenken, das uns in der Welt verankert.
Um diesem kollektiven Bedürfnis gerecht zu werden, verwandelt die 17. Ausgabe der Filmreihe „Pantalla“ des Barcelona Districte Cultural vom 27. Oktober 2026 bis zum 21. März 2027 23 Bürgerzentren der Stadt in echte Kinosäle. Mit 165 kostenlosen Vorführungen und einem Programm aus 21 Filmen fördert das Institut de Cultura de Barcelona diese Initiative, die darauf abzielt, Kultur in alle Stadtteile zu bringen, und bietet Vorführungen für Erwachsene, Schulklassen und Familien an.
Identitäten in Bewegung
Das Programm für Erwachsene dreht sich in dieser Saison um Identität, Migration und Vielfalt. Anhand intimer und naher Geschichten wirft die Reihe universelle Fragen zu unserer Herkunft und den Beziehungen auf, die uns prägen. Filme wie „Chinas“ (2023), „Ciudad sin sueño“ (2025) und „Historias del buen valle“ (2026) beschäftigen sich mit Migration und der Beziehung zum eigenen Land. Familienbande und der Sprung ins Erwachsenenleben bestimmen wiederum den Rhythmus von „All we imagine as light“, „Jone, batzuetan“, „L’edat imminent“ und „Los domingos“.
Der Katalog widmet auch der Geschlechtsidentität im Angesicht gesellschaftlicher Vorurteile mit „Liuben“ und „Miss Carbón“ einen Platz, während „Calladita“, „Ruido“ und „Sorda“ die Suche nach einer eigenen Stimme angesichts von Ungleichheiten und festgefahrenen Rollen beleuchten.
Zuschauer zwischen 3 und 10 Jahren haben mit dem „Petit Pantalla“ ihren eigenen Bereich. Dieses Programm bietet neun Perlen der europäischen Animationskunst, bei denen Abenteuer und Freundschaft im Mittelpunkt stehen. Angeregt durch die Figuren von „Billy und Milly Oncle“ stehen Titel wie „Billy, der Cowboy-Hamster“, „Das große Tierweihnachtsfest“ oder „Das Geheimnis der Mallerenga“ auf dem Programm. Das Kinderprogramm reicht von paläontologischen Entdeckungen in „Mary Anning und der Strand der Dinosaurier“ bis hin zu komplexen Themen wie Zwangsräumungen, die in „Olivia und das unsichtbare Erdbeben“ aus der Perspektive eines Kindes behandelt werden.
Barrierefreies Kino und direkte Gesprächsrunden
Damit niemand ausgeschlossen wird, werden alle gezeigten Filme mit Untertiteln versehen sein, und einige davon – sowohl aus dem Programm für Erwachsene als auch für Kinder – bieten eine Audiodeskription über die kostenlose App „AudescMobile“ an.
Es geht um mehr als nur das Licht auszuschalten und auf „Play“ zu drücken – die Filmreihe wird durch Aktivitäten ergänzt, die das Erlebnis erweitern. Besonders hervorzuheben sind die direkten Begegnungen mit den Filmemachern, wie zum Beispiel die Teilnahme des Regisseurs José Luis Guerín bei „Historias del buen valle“, von Sara Fantova bei „Jone, batzuetan“ oder von Ingride Santos bei „Ruido“. Außerdem können Neugierige sich für die „Pati de Cine“-Workshops im Centre Cívic Pati Llimona anmelden, um tiefer in die Filmsprache einzutauchen, oder für den Cut-Out-Animations-Workshop für Kinder, bei dem die Kleinen lernen, ihre eigenen Figuren zum Leben zu erwecken.
Alle Eintritte sind kostenlos, es wird jedoch empfohlen, vorab über die Website des Veranstaltungsreihen eine Reservierung vorzunehmen.