Es gibt nur wenige Sommertraditionen in Barcelona, die so tief verwurzelt sind wie die, das Handtuch im Sand auszubreiten, wenn die Sonne etwas nachlässt, eine eiskalte Dose zu öffnen und sich von der Meeresbrise treiben zu lassen. Wenn man zu diesem Ritual noch eine riesige Leinwand und eine Auswahl an Filmen hinzufügt, die auf den besten Festivals der Welt triumphiert haben, ist der Plan nahezu perfekt. Es ist die Magie der Filmnächte im Juli und August an der Strandpromenade der Stadt, ein Ereignis, das bereits Teil der DNA des barcelonischen Sommers ist und das mit besonderer Kraft zurückkehrt, um eine runde Zahl zu feiern.
Die Filmreihe „Cinema Lliure a la Platja“ feiert ihr 15-jähriges Jubiläum und spannt ihre Leinwand vom 6. Juli bis zum 10. August auf. Die Vorführungen beginnen wie immer bei Sonnenuntergang, zwischen 21:30 und 22:00 Uhr, undbieten eine völlig kostenlose kulturelle Alternative in Originalfassung. Obwohl das Festival am legendären Strand Sant Sebastià in Barceloneta ins Leben gerufen wurde, hat sein Erfolg in diesen fünfzehn Jahren dazu geführt, dass es sich über die gesamte katalanische Küste ausgebreitet hat und ein Angebot etabliert hat, das Nachtleben mit Autorenfilmen verbindet, die in kommerziellen Kinos oft keinen Platz finden.
Publikumswahl und Neuheiten an der Küste

Eines der ganz besonderen Ereignisse in der katalanischen Hauptstadt findet am Sonntag, dem 2. August, mit der traditionellen „La tria“-Vorstellung statt. An diesem Tag stehen die Zuschauer im Mittelpunkt, die die Möglichkeit haben, per Publikumsabstimmung zu entscheiden, welcher Film auf dem Strand von Sant Sebastià gezeigt werden soll. Wie es dem ökologischen Engagement der Filmreihe entspricht, hat die Organisation außerdem für Donnerstag, den 23. Juli, kurz vor Beginn der Filmvorführung, eine gemeinsame Müllsammelaktion am Strand geplant, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit zu schärfen, unsere Meeresumwelt zu schützen.
Über die Grenzen Barcelonas hinaus festigt das Festival seinen wandernden Geist und bringt seine zwanzig Vorführungen in fünf weitere katalanische Orte wie Sitges, Tarragona, Palamós, Tossa de Mar und den Neuling Arenys de Mar, der am 25. Juli am Strand von La Picòrdia Premiere feiert. Jedem Spielfilm geht eine sorgfältige Auswahl an Kurzfilmen voraus, die vom traditionsreichen FILMETS-Festival in Badalona und aus dem Wettbewerb „Nou Talent“ stammen – einer Plattform, die aufstrebenden Regisseuren aus den Filmschulen Kataloniens und Mallorcas eine Bühne bieten will. Eine einmalige Gelegenheit, neue filmische Perspektiven zu entdecken, während die Füße im Sand stecken und im Hintergrund die Wellen rauschen.
Termine und Filme am Strand von Sant Sebastià (Barcelona)
In Barcelona wird die große Leinwand an vier aufeinanderfolgenden Donnerstagen auf der Strandpromenade von Barceloneta leuchten. Das Publikum in Barcelona kann sich auf so beeindruckende Titel wie „Molt lluny“ freuen, den gefeierten und subversiven Film mit Mario Casas in der Hauptrolle, der beim Festival von Málaga zwei Biznagas de Plata gewann, oder „Romería“, den mit Spannung erwarteten dritten Teil der Familienerinnerungen der Oscar-gekrönten Filmemacherin Carla Simón. Außerdem umfasst das Programm dieser Saison internationale Perlen wie den Oscar-nominierten Film „Little Amélie“ und Werke, die zum Nachdenken über Identität und Randgruppen anregen, und zwar durch so überraschende Genres wie den queeren Western „La misteriosa mirada del flamenco“.
In der katalanischen Hauptstadt wird der unbestrittene Treffpunkt wieder die Strandpromenade von Barceloneta sein, wo die Leinwand an vier aufeinanderfolgenden Donnerstagen und einem zusätzlichen Sonntag leuchten wird:
- Donnerstag, 16. Juli: „Molt lluny“ (das Autorendrama mit Mario Casas in der Hauptrolle).
- Donnerstag, 23. Juli: „La llum de l’Aisha“ (Familienanimationsfilm, vor dem eine gemeinsame Müllsammelaktion am Strand stattfindet).
- Donnerstag, 30. Juli: „Romería“ (der mit Spannung erwartete neue Film der Oscar-Preisträgerin Carla Simón).
- Sonntag, 2. August: „La tria“ (Sondervorstellung, bei der das Publikum den Gewinnerfilm der Publikumswahl vorführt).
- Donnerstag, 6. August: „La misteriosa mirada del flamenco“ (ein überraschender Queer-Western).
Vollständiges Programm an der restlichen katalanischen Küste
Für alle, die die heißen Monate für einen Kurzurlaub oder einen Wochenendausflug nutzen, hat das Festival seine Filme auf fünf weitere Strände verteilt, die nach Sonnenuntergang nach dem gleichen Zeitplan laufen:
Tarragona (Playa de la Móra)
- Montag, 6. Juli: „Romería“
- Montag, 20. Juli: „La llum de l’Aisha“
- Montag, 3. August: „La chica zurda“
Tarragona (Strand von l’Arrabassada)
- Montag, 13. Juli: „Molt lluny“
- Montag, 27. Juli: „Little Amélie“
- Montag, 10. August: „Der geheimnisvolle Blick des Flamenco“
Sitges (Platja de la Fragata)
- Mittwoch, 8. Juli: „Molt lluny“
- Mittwoch, 15. Juli: „La llum de l’Aisha“
- Mittwoch, 22. Juli: „Romería“
- Mittwoch, 29. Juli: „Little Amélie“
Tossa de Mar (Platja Gran)
- Dienstag, 7. Juli: „Romería“
- Dienstag, 21. Juli: „La llum de l’Aisha“
Palamós (Platja de Sant Esteve La Fosca)
- Sonntag, 12. Juli: „La llum de l’Aisha“
- Sonntag, 26. Juli: „La chica zurda“
Arenys de Mar (Platja de la Picòrdia)
- Samstag, 25. Juli: „Romería“ (die Gemeinde, die dieses Jahr als Neuheit in den Veranstaltungskalender aufgenommen wurde).
Als Sahnehäubchen sei daran erinnert, dass jeder dieser Filmabende immer einige Minuten vor dem Hauptfilm mit einer sorgfältig ausgewählten Reihe von Kurzfilmen des FILMETS-Festivals in Badalona und des Wettbewerbs „Nou Talent“ beginnt, der darauf abzielt, aufstrebenden Regisseuren aus den Filmhochschulen Kataloniens und der Balearen eine Stimme zu geben.