Mit der Hitze und dem üblichen Rückgang der Fahrgastzahlen wegen der Ferien macht sich der Untergrund von Barcelona bereit, seine Tiefen zu öffnen und sich auf den neuesten Stand zu bringen. Die Verkehrsbehörden werden diese Monate nutzen, um wichtige technische Sanierungs- und Barrierefreiheitsarbeiten im U-Bahn-Netz durchzuführen,wobei sich die größten Betriebsunterbrechungen auf die Linien L1 und L9 konzentrieren, zusammen mit Beeinträchtigungen an wichtigen Knotenpunkten im Stadtzentrum.
Anders als in anderen Jahren wird die von der Regionalregierung und Transports Metropolitans de Barcelona (TMB) koordinierte Planung später als üblich beginnen, nämlich erst im Juli. Der Grund für diese Verzögerung ist die Überschneidung mit Großveranstaltungen wie dem Besuch des Papstes und der Durchfahrt der Tour de France durch die katalanische Hauptstadt. Die Arbeiten, die sich auf die Erneuerung alter Gleise, die Asbestentsorgung und die Verbesserung der Netzverbindungen konzentrieren, werden Tausende von Anwohnern dazu zwingen, ihre Mobilitätsgewohnheiten zu ändern und bis Anfang September alternative Bus- und U-Bahn-Routen zu nutzen.
Komplette Erneuerung der Gleise der Linie L1
Die für die Bürger einschneidendste Sperrung wird es auf der L1 geben, wo die Strecke zwischen den Stationen Santa Eulàlia und Mercat Nou komplett erneuert wird. Konkret wird der Betrieb vom 17. Juli bis zum 28. August auf dem Abschnitt zwischen den Haltestellen La Florida und Plaça de Sants unterbrochen sein.
Diese Maßnahme, für die 11,5 Millionen Euro investiert werden, wird im Juli an Werktagen etwa 43.000 Fahrgäste und im August 36.000 Fahrgäste betreffen. Außerdem wird die Gelegenheit genutzt, um die Weichen auszutauschen, die den Zugang zur Werkstatt in Santa Eulàlia ermöglichen
Als vorrangige Alternative empfehlen die Techniker, das U-Bahn-Netz selbst zu nutzen:
- Anschluss an die L9 und L10 Süd am Bahnhof Torrassa.
- Anschluss an die L5 an der Plaça de Sants.
- Anbindungen an die Ferrocarrils de la Generalitat an der Avinguda Carrilet und an die Rodalies an der Rambla Just Oliveras.
Außerdem wird ein Ersatzbusdienst eingerichtet, der die betroffene Strecke abdeckt. Die Taktfrequenz beträgt an Werktagen 4 bis 9 Minuten, samstags 5 bis 10 Minuten und sonntags 6 bis 11 Minuten. Da die Station Plaça de Sants noch nicht barrierefrei ist, wird ein spezieller Shuttlebus zur Verfügung stehen, der ausschließlich für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bestimmt ist.
Ein Großbaugrube an der L9/L10 Nord
Die zweite große Beeinträchtigung des Sommers betrifft den Norden der Stadt. Zwischen dem 25. Juni und dem 6. September werden die Züge der L9 Nord und L10 Nord nicht mehr zwischen La Sagrera und Onze de Setembre verkehren. Diese Beeinträchtigung wird in den letzten sechs Tagen der Bauarbeiten bis zur Station Bon Pastor ausgeweitet. Grund dafür ist der Bau eines Großschachts mit einem Budget von 22,6 Millionen Euro, der von der Regionalregierung durchgeführt wird und dazu dient, die nördlichen Zweigstrecken mit dem zukünftigen zentralen Abschnitt der Linie zu verbinden, da diese derzeit durch den Tunnel der L4 verlaufen.
Diese Bauarbeiten werden an Werktagen im Juli durchschnittlich 3.300 Fahrgäste und im August 2.400 Fahrgäste betreffen. TMB wird Ersatzbusse einsetzen, die an Werktagen im 6- bis 11-Minuten-Takt und an Samstagen und Feiertagen im 10-Minuten-Takt verkehren. Dennoch ist die U-Bahn wieder die effizienteste Option: Es wird empfohlen, in Fondo auf die Linie L1 oder in Gorg auf die Linie L2 umzusteigen oder die regulären Oberflächenbusse H8, 34 und 126 zu nutzen, die dieselbe Strecke fahren.
Kein Halt in Verdaguer und Umsteigen auf der Straße in der Catalunya
Zwei weitere Baumaßnahmen, wenn auch in Bezug auf die Länge der betroffenen Strecken von geringerer Tragweite, werden den Alltag der Fahrgäste an wichtigen Knotenpunkten in Barcelona verändern:
- Station Verdaguer (L4): Die Züge werden diese Haltestelle zwischen dem 6. Juli und dem 30. August nicht anfahren. Die Sperrung ist notwendig, um die Umbauarbeiten am Umsteigebereich (seit Oktober letzten Jahres geschlossen) und an den Schächten voranzutreiben, in denen die neuen Aufzüge und Rolltreppen eingebaut werden, die die Verbindung zur Linie L5 herstellen sollen. Die rund 6.500 Fahrgäste im Juli und 4.800 im August müssen an den benachbarten Haltestellen Joanic oder Girona aussteigen.
- Umsteigebahnhof Plaça Catalunya: Der unterirdische Gang, der die Linien L1 und L3 verbindet, wird vom 6. Juli bis zum 7. September komplett gesperrt. Die Arbeiten dienen dazu, das unter der Decke eingekapselte Asbest zu entfernen und den Bodenbelag, die Beleuchtung sowie die Decke zu erneuern – die Kosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro.
Solange die Arbeiten dauern, muss der große Fahrgaststrom den Umweg zu Fuß im Freien nehmen. Diese Route auf der Straße ist noch nicht im Detail festgelegt, wird aber deutlich ausgeschildert sein.
Diese Umbauarbeiten fallen mit der kürzlich angekündigten Verlängerung der Linie 3 (Grün) durch die Trinitat zusammen, um Trinitat Nova und Trinitat Vella miteinander zu verbinden und damit endlich eine langjährige Forderung zu verwirklichen. Obwohl die Bauarbeiten gerade erst genehmigt wurden, werden sie schon bald auch den Alltag der Anwohner beeinträchtigen.