Es gibt Silhouetten, die die Skyline von Barcelona und seinem Ballungsraum ebenso prägen wie die Sagrada Familia oder der Torre Glòries, und die Tres Xemeneies von Sant Adrià sind zweifellos das industrielle Wahrzeichen unserer Küste. Nach Jahren der Ungewissheit und Debatten darüber, was mit diesem Betonkoloss geschehen soll, hat der Plan für seine Wiederbelebung nun einen offiziellen Zeitplan, und die Nachricht ist, dass der öffentliche Nahverkehr die Hauptrolle bei dieser Verwandlung spielen wird.
Die Regionalregierung hat bestätigt, dass der Trambesòs zwei neue Haltestellen bekommen wird, um das zu bedienen, was der neue Hotspot an der Küste zu werden verspricht. Diese 1,4 Kilometer lange Erweiterung wird die derzeitige Haltestelle Sant Adrià mit dem Hafen von Badalona verbinden und dabei die Avenida Eduard Maristany überqueren. Den Prognosen zufolge sollen die Bauarbeiten 2031 beginnen, damit wir diese neuen Bahnsteige im Sommer 2033 einweihen können. Eine der Haltestellen wird – wie könnte es anders sein – Tres Xemeneies heißen, und die andere wird als Endstation im Hafen von Badalona dienen und dieses Gebiet endgültig in das U-Bahn-Netz integrieren.
Ein Hollywood auf katalanische Art und ein gegen Stürme gepanzertes Viertel
Aber die Straßenbahn ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Vorzeigeprojekt ist die Catalunya Media City, ein Logistik- und Produktionszentrum für audiovisuelle Medien, das die ehemalige Turbinenhalle zu einer weltweiten Referenz machen will. Die Idee ist, dass Ende 2028 bereits Kameras laufen und Studierende der wichtigsten katalanischen Universitäten (UB, UPC, UPF und UAB) einen Raum mit Leben füllen, der heute noch von purer industrieller Stille geprägt ist. Tatsächlich kannst du schon nächstes Jahr eine immersive Ausstellung über die Arbeitergeschichte des Ortes besuchen, um dir einen Vorgeschmack zu holen.
Das Interessanteste an dem städtebaulichen Entwurf des Architekten Enric Batlle ist, dass er die klimatischen Gegebenheiten nicht außer Acht lässt. Das neue Viertel, das 1.783 Wohnungen umfassen wird, wurde mit einem 90.000 Quadratmeter großen Park geplant, der so konzipiert ist, dass er überflutet werden kann. Das heißt, anstatt bei Unwettern gegen das Wasser anzukämpfen, ist das Gelände so ausgelegt, dass es das Wasser aufnimmt und sicher ableitet, wodurch die Wohngebiete geschützt werden.
Die Etappen der Umgestaltung
Auch wenn der audiovisuelle „Hub“ schon bald in Betrieb geht, wird die vollständige Fertigstellung des Viertels bis 2035 dauern. Der Zeitplan sieht vor, dass 2027 die Erdarbeiten für die neuen Straßen beginnen und dass sich das, was heute ein Industriegelände ist, nach und nach mit Büros, Grünflächen und Anwohnern füllen wird.
Es ist ein langfristiges Projekt, eines von denen, die die Stadtlandschaft für immer verändern. In der Zwischenzeit bleibt uns nichts anderes übrig, als uns diese Fahrt mit dem Trambesòs vorzustellen, direkt am Meer entlang, um ins Kino zu gehen oder einfach nur im Schatten der drei berühmtesten Türme des Besòs spazieren zu gehen.