Die Stadtverwaltung von Barcelona hat mitgeteilt, dass der Naturpark Collserola im Juli und August nicht wieder geöffnet wird. Diese Entscheidung ist eine direkte Reaktion auf die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), nachdem die regionalen Behörden zwei neue Infektionen bei Wildschweinen bestätigt hatten, womit die Gesamtzahl der in diesem Gebiet festgestellten Fälle auf 332 gestiegen ist.
Die von der Regionalregierung unter den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierten Beschränkungen zielen darauf ab, den Verkehr auf den Waldwegen zu minimieren, um die lokale Tierwelt zu überwachen und einzudämmen. Trotz der Unannehmlichkeiten für die regelmäßigen Parkbesucher weisen die lokalen Behörden darauf hin, dass die Schließung angesichts der bevorstehenden Hitzewelle erheblich dazu beitragen wird, die Brandgefahr zu verringern.
Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung in der Nachbarschaft und Hintergrund
Die Sperrung des Waldgebiets verhindert dessen übliche Nutzung zum Gassi gehen, für sportliche Aktivitäten oder zum Besuch der Picknickplätze – allesamt übliche Aktivitäten für die Einwohner der katalanischen Hauptstadt. Diese Einschränkung kommt zu der am 7. Mai vorgenommenen Änderung der Route der Tour de France hinzu, bei der die zweite Etappe umgeleitet wurde, um zu verhindern, dass sich das Publikum am Rande des Collserola-Gebirges versammelt.
Der Mangel an Besuchern zeichnet sich als entscheidender Faktor für die Verringerung von Waldbränden in den heißesten Monaten ab. Nach Angaben des Servei de Protecció Civil, Prevención, Extinció d’Incendis i Salvaments sind Menschen für die überwiegende Mehrheit der Brände in der Natur verantwortlich.
Um für die Sommersaison gewappnet zu sein, setzt die Feuerwehr in diesem Jahr innovative technische Hilfsmittel ein und verstärkt ihre mobilen Ressourcen:
- Einsatz von Drohnen: Sie werden erstmals zur Unterstützung taktischer Einsätze eingesetzt, um die Sicherheit und Effizienz der Teams zu erhöhen.
- Fahrzeugflotte: Im letzten Jahr kamen fünf Fahrzeuge hinzu (vier Geländewagen vom Typ Pick-up und ein für den Einsatz im Waldgebiet angepasster Rettungswagen).
- Neue Ausstattung: Eröffnung einer saisonalen Feuerwache in Vallvidrera, die vom 16. Mai bis zum 12. September im Einsatz ist, um die Reaktionszeiten zu verkürzen.
Koordinierte Überwachung und Übungen in den Bezirken.
Die Kontrolle der Zugänge zum Collserola und die Überwachung der Einhaltung der Vorschriften wird von einem gemeinsamen Einsatz der Feuerwehr, der Mossos d’Exquadra und der Agents Rurals übernommen. Die Präventionsmaßnahmen wurden seit April in Schlüsselbezirken wie Les Corts, Sarrià-Sant Gervasi, Horta-Guinardó, Nou Barris und Gràcia intensiviert.
Im Rahmen dieser Vorbereitungen findet im Stadtteil Torre Baró eine Brandschutzübung statt, an der acht öffentliche Einrichtungen beteiligt sind, darunter die Stadtpolizei, der Rettungsdienst SEM und das Konsortium des Collserola-Parks, um die Reaktion auf Notfälle zu koordinieren.
Schließlich erinnerte die Stadtverwaltung daran, dass das Verbot von Grillen, Müllverbrennung oder forstwirtschaftlichen Arbeiten, die Funken erzeugen, in einem Umkreis von weniger als 500 Metern um Waldgebiete bis zum 15. Oktober gilt.