Ab dem kommenden Sommer wird die Europäische Union eine Steuer von 3 Euro auf Pakete erheben, die von außerhalb der Europäischen Union kommen und einen Wert von weniger als 150 Euro haben.
Die Finanzminister der Europäischen Union (Ecofin) haben sich darauf geeinigt, dass die Regelung, nach der Sendungen aus Drittländern mit einem Wert von weniger als 150 Euro von den Zöllen befreit waren, ab dem 1. Juli 2026 abgeschafft wird. Von diesem Zeitpunkt an wird es eine neue feste Abgabe von 3 Euro pro Produktkategorie geben.
Die Entscheidung zielt darauf ab, die durch den Aufstieg asiatischer Plattformen verursachte Marktverzerrung zu korrigieren. Nach Angaben der Europäischen Kommission stammen 91 % der Pakete, die derzeit in den Genuss dieser Steuervergünstigung kommen, aus China, was Anbieter wie AliExpress, Shein und Temu ins Rampenlicht gerückt hat.
Brüssel rechtfertigt diese Maßnahme als notwendige Reaktion auf den unlauteren Wettbewerb, unter dem die europäischen Verkäufer durch die derzeitige Einfuhr von steuerfreien Paketen leiden.
Die EU-Behörden warnen, dass dieser massive Strom von Sendungen ernsthafte Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher birgt, ein hohes Maß an Betrug begünstigt und zunehmende Umweltbedenken hervorruft.
Hier finden Sie ein praktisches Beispiel im Agenturformat, das Sie als erläuternde Unterbrechung oder als Block innerhalb des Hauptbeitrags einfügen können.
Wie der Aufpreis berechnet wird: Warum Sie für 3 Produkte 9 Euro zahlen müssen

Die Unterscheidung nach Material und nicht nur nach allgemeiner Kategorie wird den endgültigen Warenkorb teurer machen. Um die tatsächliche Auswirkung der Maßnahme auf den Geldbeutel des Verbrauchers zu veranschaulichen, haben EU-Quellen ein Beispiel für einen Standardkauf angeführt, das die Regelung verdeutlicht: ein Paket mit einem Baumwoll-T-Shirt, einer Hose und einer Hautcreme.
Nach den neuen Regeln wird der Zoll die Artikel nicht einfach als „Bekleidung“ zusammenfassen, sondern den 3-Euro-Satz auf der Grundlage der spezifischen Zusammensetzung und der Tarifkategorie jeder Ware anwenden. Die Aufteilung würde wie folgt aussehen:
- Baumwoll-T-Shirt: 3 EUR (Kategorie: Naturtextilien).
- Hose: 3 EUR (Kategorie: synthetische Textilien). Da es sich um unterschiedliche Materialien handelt, gelten sie als zwei separate Sätze.
- Creme: 3 Euro (eigene Kategorie).
Der Käufer muss für diese Sendung 9 Euro an zusätzlichen Zöllen zahlen, anstatt der 6 Euro, die anfallen würden, wenn die beiden Textilerzeugnisse unter einem einzigen generischen Bekleidungsetikett zusammengefasst würden.
Aus den von Cinco Días zit ierten Berichten der Nationalen Vereinigung der großen Vertriebsunternehmen (Anged) geht hervor, dass Spanien in Europa am stärksten von diesen Marktplätzen abhängig ist: 34 % der im Land getätigten Online-Einkäufe stammen von chinesischen Plattformen, eine Zahl, die weitaus höher ist als die in Ländern wie Italien (14 %), Frankreich (9 %) oder Deutschland (8 %).
Der Europäische Rat hat diese Steuer als Übergangslösung bis zur umfassenden Reform des EU-Zollsystems vorgeschlagen, die für 2028 geplant ist.