Die Stadtverwaltung von Barcelona hat einen partizipativen Prozess ins Leben gerufen, um den offiziellen Namen des Stadtteils zu bestimmen, bei dem derzeit die Optionen „Verdum“ und „Verdun“ zur Debatte stehen.
Die Initiative, die vom 8. Mai bis zum 19. Juni läuft, soll einer langjährigen Forderung der Anwohner gerecht werden. Der Prozess umfasst eine Online-Umfrage und verschiedene Aktivitäten zur Vermittlung von Geschichte, damit Einwohner ab 14 Jahren, die im Stadtteil Nou Barris gemeldet sind, ihre Präferenz äußern können.
Ein Identitätskonflikt: Der Vogel gegen die Schlacht
Die Wahl des Endbuchstabens ist keine rein orthografische Frage, sondern verändert die Bedeutung des Namens völlig. Die Option „Verdum“ (mit „m“) bezieht sich auf den Grünfink (Chloris chloris), einen Vogel, der bereits in den 1920er Jahren in Grundstücksanzeigen auftauchte und im folgenden Jahrzehnt einer ornithologischen Vereinigung ihren Namen gab.
Im Gegenteil, Verdun (mit „n“) verweist auf die berühmte Schlacht des Ersten Weltkriegs. Diese Schreibweise wurde vom Stadtrat in den 50er Jahren während des Wachstums des Stadtteils offiziell festgelegt, passend zu den Straßen in der Umgebung der Guineueta, die nach dem Krieg benannt wurden.
Wahlorte und Informationsveranstaltungen
Um die Teilnahme zu erleichtern, sammelt die digitale Plattform Decidim.barcelona die Stimmen online. Außerdem wurden an strategischen Orten, wie dem Casal Cívic y Comunitari des Stadtteils oder während der Veranstaltung „La Cultura Va de Festa“ im Parc de la Guineueta, Informationsstände mit Mitarbeitern eingerichtet.
Der Prozess beschränkt sich nicht nur auf die Abstimmung, sondern umfasst auch Debatten über die Identität des Stadtteils und historische Informationsveranstaltungen, um die Herkunft beider Namen näher zu beleuchten.
Nächste Schritte nach der Befragung
Auch wenn die Ergebnisse der Umfrage nicht bindend sind, dienen sie doch als Grundlage für einen Konsens unter den Bürgern. Xavier Marcé, Stadtrat von Nou Barris, hat darauf hingewiesen, dass das Ausmaß der Änderung, die eine sehr große Gruppe von Bürgern betrifft, eine Konsultation erforderlich machte, die über das einfache Sammeln von Unterschriften hinausging.
Nach Abschluss der Kampagne am 19. Juni wird ein detaillierter Bericht mit den Teilnahmezahlen und den Argumenten der Befürworter jeder Option erstellt. Nach Vorlage dieses Dokuments hat die Stadtverwaltung 60 Tage Zeit, um die endgültige Entscheidung über den Namen des Stadtteils bekannt zu geben.
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