Es riecht nach Salpeter und nach einem lebendigen Hafen. Fernab von den Tapas-Routen und dem sommerlichen Trubel hält sich die reinste Essenz der Barceloneta am Moll del Rellotge. Dort, wo sich das Kreischen der Möwen mit dem geschäftigen Treiben der Boote vermischt, startet Xarxa Oberta – ein Projekt, das die verlorene Verbindung zwischen der Stadt und ihrem maritimen Erbe wiederherstellen will.
Ab diesem Oktober und bis zum kommenden 19. Dezember öffnet die Fischerzunft von Barcelona ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die Initiative, die vom Oceanographies Collective in Zusammenarbeit mit der Zunft selbst und der Universität Girona ins Leben gerufen wurde, bietet ein kostenloses Programm mit Vorträgen und praktischen Workshops, die darauf abzielen, die Verletzlichkeit des marinen Ökosystems mit dem fortschreitenden Verschwinden der lokalen Fischergemeinde in einen Dialog zu bringen.
Das Gewebe als Mittel des Widerstands
Die Welt der Textilien ist der rote Faden des gesamten Projekts. Einerseits haben die Besucher die Möglichkeit, direkt von den Fischern die Kunst des Reinigens und Flickens von Netzen zu erlernen – ein Handwerk, das in der Stadt heute so gut wie verschwunden ist. Andererseits lädt die Initiative dazu ein, gemeinsam mit den Frauen aus dem Viertel die Tischdecken zu nähen, die bei der Abschlussfeier verwendet werden. All das unter der Leitung der künstlerischen Leiterin des Projekts, Marina Monsonís.
Das Ziel dieser Treffen geht über das handwerkliche Schaffen hinaus: Es geht darum, andere Wege zu erkunden, sich zu organisieren, Dinge wieder in Ordnung zu bringen und Widerstand zu leisten angesichts der Herausforderungen eines Stadtviertels, das zunehmend unter der Touristifizierung und den steigenden Wohnkosten leidet.
Kalender mit Nachmittagsimbissen und Workshops
Das Programm gliedert sich in zwei Hauptformate: die „Berenars“ (Nachmittagsimbisse und Gespräche um 18:00 Uhr) und die praktischen Workshops „Fer Xarxa“ (um 11:30 Uhr).
- Nach ersten Veranstaltungen Anfang Oktober, bei denen es um Netzwerke des Widerstands ging, geht die Reihe am 23. und 24. Oktober weiter und befasst sich mit den Gewässern in Bewegung und Umweltgerechtigkeit.
- Am 20. und 21. November drehen sich die Veranstaltungen um „blaues Degrowth“ und gemeinschaftliche Governance.
- Am 11. und 12. Dezember steht die Rolle der Frauen auf See im Mittelpunkt der Diskussionen.
- Den krönenden Abschluss bildet am 19. Dezember um 12:00 Uhr das „Hackeig d’una sardinada popular“ – eine Veranstaltung, die das Bewusstsein für die Sardinenbestände im Mittelmeer mit einem Nachbarschaftsfest verbindet.
So kannst du mitmachen
Alle Aktivitäten finden in den Räumlichkeiten der Confraria de Pescadors statt. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist komplett kostenlos, aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist jedoch eine vorherige Anmeldung über das Formular auf der offiziellen Website des Projekts erforderlich. Das Plakat dieser Ausgabe wurde von @ocabarrocas gestaltet, und die Initiative wird durch das Programm „Horizon Europe“ mit europäischen Mitteln gefördert.