Ein neues „Juwel“ auf dem Immobilienmarkt von Barcelona lässt wieder einmal die Alarmglocken schrillen, wenn es um den Zugang zu Wohnraum in der Stadt geht: Ein 19 Quadratmeter großes Studio-Apartment in Sarrià wird für 175.000 Euro angeboten. Der Anzeige zufolge zeichnet sich die Mini-Wohnung „durch ihr sorgfältiges Design“ aus, obwohl ihre Größe eher an einen Parkplatz als an eine anständige Wohnung erinnert.
Sie ist nicht die einzige; ein Blick auf die Mini-Wohnungen, die auf Plattformen wie Idealista inseriert werden, zeigt den Wahnsinn, der in Barcelona ausgebrochen ist, mit „Wohnungen“ von lächerlicher Größe zu absolut überhöhten Preisen.
9.000 € pro m2: die Mini-Wohnungen übertreffen den Meterpreis des Paseo de Gracia.
Die Wohnung in der Schlagzeile befindet sich in Sarrià, einem historisch wohlhabenden Viertel, aber mit dieser Anzeige liegt der Quadratmeterpreis (ca. 9.200 € für dieses 19 m2 große Studio) auf einer Höhe mit den Preisen in Paseo de Gracia, wo der Quadratmeter etwa 9.700 € kostet. Die Anzeige beschreibt natürlich die Qualitäten der „Wohnung“, ein Studio, das „brandneu“ renoviert wurde und sich „durch seine Raumausnutzung auszeichnet“.
Es ist nicht die einzige Wohnung, die sich diesem Trend angeschlossen hat. Ein Rundgang durch die Miniwohnungen auf Idealista zeigt, dass die Exzesse nicht auf Sarrià konzentriert sind. Auf der Plattform wird ein 15 m2 großes Studio in Gràcia für 90.000 € angeboten, das „sofort bezugsfertig“ ist. Ebenfalls in Gràcia wird eine 12 m2 große „Wohnung“ für 65.000 € als „einzigartige Gelegenheit“ angepriesen.
Betevé eröffnete diese Melone am 23. Juli mit einer Anzeige für eine 11 m2 große Wohnung für 120.000 Euro, die Idealista bereits zurückgezogen hat, und erläuterte in einem Artikel die Folgen und die Illegalität der Werbung für Miniwohnungen ohne Bewohnbarkeitsbescheinigung.
Die von Betevé erwähnte Anzeige wurde bereits zurückgezogen, aber schmerzhafte Überraschungen auf der Plattform sind nur einen Klick entfernt. In der Esquerra del Eixample 17 m2 für 99.000 Euro, im Raval ein 19 m2 großes Studio für 122.000 Euro, in der Dreta del Eixample 20 m2 für 135.000 Euro… und so weiter und so fort.
Ein grobes Bild der Wohnungskrise in Barcelona. In demselben Betevé-Artikel wird erklärt, dass diese Anzeigen nicht als Wohnungen beworben werden sollten, und es wird auf die Erklärungen von Idealista verwiesen, in denen darauf hingewiesen wird, dass es einen Beschwerdeweg für diese Fälle gibt und dass dies leider alles ist, was wir Barcelonesen angesichts dieser offensiven Angriffe auf das Recht auf angemessenen Wohnraum in der Stadt anstreben können.

