Wer regelmäßig am nördlichen Ende der Küste Barcelonas spazieren geht, weiß, dass genau dort, wo die Diagonal auf das Meer trifft, eine riesige Betonwüste überdauert, die seit Jahren durch Zäune abgeschottet ist.
Es handelt sich um die Meeresplattform des Fòrum, ein kolossales Ingenieurswerk, das dem Meer abgewonnen wurde und ursprünglich für einen versprochenen Meereszoo konzipiert war, der jedoch nie realisiert wurde. Seitdem ist dieser Ort wie in der Zeit eingefroren – eine graue, unwirtliche und für die Bürger praktisch unzugängliche Fläche, außer wenn die großen Musikveranstaltungen der Stadt ihren Platz beanspruchen.
Dieses riesige, fast dreizehn Hektar große Gelände, dessen Fläche die des Parks Las Glòries bei weitem übertrifft, hat in seiner jetzigen Form seine Tage gezählt. Die Stadtverwaltung von Barcelona hat ein ehrgeiziges Sanierungsprojekt mit einem Budget von 52 Millionen Euro auf den Tisch gelegt, um den Platz endgültig für die Bürger zu öffnen. Nach den Prognosen der Stadtverwaltung sollen die Hauptarbeiten 2027 beginnen, mit dem Ziel, das Gelände mit Promenaden und bewaldeten Bereichen zu umgeben.
Die Stadtverwaltung argumentiert, dass die Esplanade etwa elf Monate im Jahr vorrangig von den Anwohnern genutzt werden soll, was eine entscheidende Veränderung mit sich bringen wird: den Abschied von den meisten Festivals auf der Esplanade.
Die Abschottung gegen die Mega-Festivals

Einer der heißesten Punkte dieser Neugestaltung hat mit Großveranstaltungen im Musikbereich zu tun, ein Thema, das in der Gegend immer wieder heftige Debatten auslöst. Um die Gemüter zu beruhigen und zu verhindern, dass der Platz zu einer Art permanentem Nacht-Themenpark wird, hat die Stadtverwaltung eine drastische Entscheidung getroffen: Die Durchführung großer Musikveranstaltungen auf der neuen Esplanade soll so weit wie möglich eingeschränkt werden.
Damit hat die Stadtverwaltung bestätigt, dass das Primavera Sound das einzige Großfestival sein wird, das weiterhin das Recht hat, seine Bühnen auf diesem Küstengrundstück aufzubauen. Mit dieser Maßnahme wird die Ansiedlung weiterer großer Musikveranstaltungen auf dem Gelände offiziell ausgeschlossen, um sicherzustellen, dass die Lärmbelästigung und die Menschenansammlungen in den angrenzenden Stadtvierteln nicht weiter zunehmen.
Diese restriktive Maßnahme lässt die Zukunft anderer Großveranstaltungen, die ihre Infrastruktur normalerweise in der Umgebung des Fòrum aufbauen, in dieser Ecke ungewiss erscheinen. Unverzichtbare Namen im Musikkalender Barcelonas wie das Festival Cruïlla, der Brunch Electronik, das Share Festival oder das Festival·B müssen ihre Aktivitäten nun vollständig auf die bereits genehmigten Bereiche des Parks konzentrieren oder, falls der Platz für ihre Wachstumsambitionen nicht ausreicht, in der Stadt nach neuen alternativen Standorten suchen, fernab von dieser begehrten, dem Meer abgewonnenen Fläche.
Zwischen dem Misstrauen der Anwohner und den ersten grünen Trieben
Trotz dieser musikalischen Absicherung trauen die Nachbarschaftsgruppen aus Stadtteilen wie Maresme oder Poblenou dem Kleingedruckten des Projekts nicht so recht. Die Anwohner befürchten, dass der vom Stadtrat geplante multifunktionale Zentralplatz letztendlich als Magnet für Veranstaltungen aller Art fungieren wird, die den freien täglichen Zugang verhindern. Deshalb kämpfen die Vereine weiter dafür, dass die Fläche mit hartem Bodenbelag reduziert wird und stattdessen ein echter, bewaldeter Stadtpark, ähnlich dem der Ciutadella, Vorrang erhält, der endgültig mit der Vorherrschaft des Betons an der Strandpromenade bricht.
Um diese Unstimmigkeiten auszugleichen, planen die Stadtarchitekten einen partizipativen Prozess, bei dem die Anwohner Verbesserungen und Ideen für die endgültige Gestaltung der großen Esplanade vorschlagen können, auf der auch die neuen Anlagen des Fußballplatzes Agapito Fernández entstehen sollen. Während der endgültige Plan für die Plattform noch ausgearbeitet wird, zeigt die Umgestaltung des Gebiets etwas weiter südlich bereits erste Ansätze. Tatsächlich soll noch vor Ende dieses Jahres der neue Abschnitt der Promenade Marítim eingeweiht werden, der die Straße Bac de Roda mit dem Fòrum verbindet – ein Projekt, das drei Hektar öffentlichen Raum und rund 800 neue Bäume schaffen wird, um das Gesicht der Küste Barcelonas zu verändern.