Wenn die Nacht hereinbricht und die Hitze nachlässt, strahlen die alten Steinmauern der Stadt eine ganz besondere Mystik aus – eine Ruhe, die dazu einlädt, unser Kulturerbe mit anderen Augen zu betrachten. In diesem sommerlichen Geist bereitet sich das Kloster Pedralbes darauf vor, seine gewohnte nächtliche Stille zu durchbrechen und seine Türen zu einer ganz ungewöhnlichen Zeit zu öffnen. Es lädt die Einwohner Barcelonas ein, die kühle Abendluft zu genießen und die Schönheit seines imposanten Kreuzgangs in einem ganz neuen Licht zu entdecken.
Die Veranstaltung findet am 24., 25. und 26. Juli von 22:00 Uhr bis 24:00 Uhr im Rahmen von „Lumina Divina“statt, einer interaktiven Kunstaktion mit völlig freiem Eintritt. Diese nächtliche Show will die monumentale Architektur, die Natur der Gärten und das Wasser der Brunnen zu einem einzigen musealen Erlebnis vereinen und durch subtile Licht- und Klangszenen jene verborgenen Details und Symboliken enthüllen, die bei Besuchen am Tag normalerweise unbemerkt bleiben.
Ein freier Spaziergang zwischen Lichtern und Geheimnissen
Beim Betreten des Klosters erhält jeder Besucher ein kleines Leuchtgerät und eine Broschüre mit einer Wegbeschreibung. Es gibt jedoch weder einen festgelegten Rundgang noch eine vorgeschriebene Reihenfolge: Das Konzept ist so angelegt, dass jeder auf eigene Faust losziehen, die Galerien frei erkunden und jeden Winkel in seinem eigenen Tempo entdecken kann. Die aufmerksamsten Besucher haben außerdem die Möglichkeit, im Kreuzgang versteckte Hinweise zu suchen, die sich auf die jüngsten archäologischen Funde im Grab der Königin Elisenda beziehen, der historischen Förderin dieser Anlage.
Das Konzept der Show basiert auf einem mehrschichtigen Aufbau, der es ermöglicht, die Technik organisch zu integrieren, ohne die ursprüngliche friedliche Atmosphäre des Ortes zu stören. Einerseits gibt es eine permanente Grundkulisse aus sanfter Beleuchtung und einer sehr dezenten Klangkulisse.
Außerdem wird die sogenannte „Bühnenbeleuchtung“ aktiviert, die aus kleinen, intermittierenden Lichtinszenierungen an verschiedenen Stellen des Kreuzgangs besteht. Diese Lichtstöße, die zwischen 20 und 40 Sekunden dauern, projizieren gerichtete Lichter und Klänge auf bestimmte architektonische Elemente, um ein vollständiges Eintauchen in die Atmosphäre zu ermöglichen. Es handelt sich um einen fortschrittlichen Einsatz von Technologie, der – wenn auch in einem anderen Kontext – mit modernen Projekten in der Stadt in Verbindung steht, wie zum Beispiel dem immersiven System in der multikonfessionellen Kapelle der neuen Trauerhalle in Sant Andreu.
Der Höhepunkt: Wenn der Kreuzgang zum Leben erwacht
Der am meisten erwartete Moment des Abends wird ganz unerwartet kommen. Ohne Vorwarnung wird sich der gesamte Kreuzgang im Einklang beleben und optisch so wirken, als wäre er ein einziger lebender Organismus. Das Licht wird nach und nach durch die drei Galerien des Klosters wandern und die monumentale Geometrie seiner mittelalterlichen Bögen, Säulen und Kapitelle zum Leuchten bringen.
Auch die Natur und die Pflanzen werden im Mittelpunkt stehen: Die Zypressen und die Pflanzen im Garten werden in ein sanftes Licht getaucht, das eine aufsteigende Bewegung suggeriert, als würden die Lichtstrahlen direkt zum Himmel emporsteigen. Gleichzeitig werden der zentrale Brunnen und die „Font de l’Àngel“ die Lichtreflexe der Installation widerspiegeln und das Wasser in einen echten Spiegel des Sternenhimmels verwandeln.