Die Regierung der Generalitat hat das Projekt des Tren Orbital offiziell wiederbelebt, eine Eisenbahninfrastruktur, die ursprünglich vor zwei Jahrzehnten entworfen wurde, um den dritten Ring des Ballungsraums zu verbinden. Der Vorschlag, der im Rahmen der Eisenbahnstrategie Kataloniens und der Haushaltsverhandlungen aus dem Archiv geholt wurde, zielt darauf ab, Städte wie Mataró, Granollers, Sabadell, Terrassa, Martorell, Vilafranca und Vilanova i la Geltrú ringförmig miteinander zu verbinden.
Obwohl sich das Rodalies-Netz in einer schwierigen Lage befindet, konzentriert sich die Umsetzung dieses Plans derzeit darauf, die Mobilität zwischen dem östlichen und dem westlichen Vallès zu verbessern. Das Verkehrsministerium arbeitet bereits an der Vorstudie für die Strecke, die Sabadell und Granollers direkt verbinden soll, wobei die Ergebnisse noch vor Ende dieses Jahres vorliegen sollen.
Ein Netz von 119 Kilometern und 39 Bahnhöfen
Der technische Entwurf, der auf dem 2010 genehmigten Stadtentwicklungsplan basiert, sieht eine Strecke mit einer Gesamtlänge von 119 Kilometern vor . Von der vorgeschlagenen Trasse wären 68 Kilometer Neubaustrecke, während der Rest bereits bestehende Infrastrukturen wie die Linien R3, R4 und R8 nutzen würde.
Das Projekt sieht die Inbetriebnahme von 39 Bahnhöfen vor, von denen 18 neugebaut werden sollen. Außerdem würde das Netz über 12 Umsteigebahnhöfe verfügen, um die Anbindung an andere Linien der Renfe und der Ferrocarrils de la Generalitat (FGC) zu erleichtern. Nach technischen Schätzungen könnte die Infrastruktur nach ihrer Fertigstellung eine Nachfrage von 20 Millionen Fahrgästen pro Jahr bewältigen.
Priorität für die Verbindung der beiden Vallès
Der Ausbau der Infrastruktur ist in einzelne Phasen unterteilt. Die Regionalregierung räumt dem Abschnitt, der Granollers mit Sabadell verbindet, absolute Priorität ein. Diese Strecke würde bedeuten, die beiden Bahnhöfe von Granollers miteinander zu verbinden, Abschnitte der R3 zu nutzen und eine neue Trasse zwischen Santa Perpètua und Sabadell zu bauen.
An zweiter Stelle steht der Abschnitt zwischen Terrassa und Martorell. Obwohl hier eine etwas geringere Fahrgastnachfrage erwartet wird, hebt der Verband zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs (PTP) dessen strategischen Wert hervor, um das Netz widerstandsfähiger zu machen und es dem Güterverkehr zu ermöglichen, den Rubí-Tunnel zu umgehen.
Zweifel am Entwurf für Maresme und Garraf
Der ursprüngliche Plan sieht auchNeubaustrecken zwischen Vilafranca und Vilanova sowie zwischen Granollers und Mataró vor. Diese Phasen gelten jedoch als längerfristige Projekte.
Die Planung möglicher „Bahnringe“ in Mataró und im Raum Vilanova-Sitges hat für Diskussionen gesorgt. Adrià Ramírez, Sprecher der PTP, hat diese konkreten Vorschläge als übermäßig komplex bezeichnet und darauf hingewiesen, dass die unmittelbare Priorität auf der Instandhaltung und Verbesserung des bestehenden Netzes liegen müsse. Die Behörden hingegen nehmen eine vorsichtige Haltung ein und vertrauen darauf, dass die Vorstudien den Raumordnungsplan an die tatsächlichen Bedürfnisse des Schienenverkehrs anpassen.