Die steinernen Silhouetten der Sagrada Familia werden am kommenden Mittwoch, dem 10. Juni, den Himmel über Barcelona auf ganz neue Weise prägen und die Kirche zum Mittelpunkt eines Ereignisses von internationaler Bedeutung machen. Anlässlich des hundertsten Todestages des Architekten Antoni Gaudí wird Papst Leo XIV. die Stadt besuchen, um eine feierliche Messe zu zelebrieren und den Turm Jesu Christi zu segnen – ein Meilenstein, der die Frömmigkeit der Gemeinde mit dem Kulturerbe der Stadt verbinden wird.
Das Erzbistum Barcelona hat die Einzelheiten dieser apostolischen Reise bestätigt, die es den Einwohnern ermöglichen wird, den Pontifex bei einer kurzen Fahrt im Papamobil durch den Stadtteil Eixample aus nächster Nähe zu beobachten. Diese offene Parade, die für den öffentlichen Gruß gedacht ist, geht der liturgischen Feier am Nachmittag voraus, die mit einem technologischen Lichtspektakel am Himmel durch eine Drohnen-Show endet.
Fünfzehn Minuten Fahrt im Cabrio
Die offizielle Route im offenen Fahrzeug wird etwa 1.200 Meter lang sein. Nach dem von der Kirche vorgesehenen Programm liegt der Startpunkt an der Kreuzung der Avenida Diagonal mit der Calle Rosellón. Von dort aus fährt das Auto die Roselló entlang und biegt anschließend in die Calle Cerdeña ein.
Es wird davon ausgegangen, dass dieser Gruß an die Bürger zwischen 10 und 15 Minuten dauern wird. Die übrigen Fahrten des Papstes durch das Zentrum von Barcelona werden in geschlossenen Autos stattfinden.
Routen des Papamobils außerhalb von Barcelona
Außerhalb der Hauptstadt sieht der katalanische Zeitplan nur zwei weitere sehr kurze Abschnitte im offenen Wagen vor: den ersten in der Abtei von Montserrat, um die Strecke vom Parkplatz zum Eingang des Klosters zurückzulegen; der zweite dient dazu, die Gebetsvigil am 9. Juni mit einer Runde im Inneren des Stadiongeländes zu eröffnen.
Vorbeugende Kontrollen und Hausdurchsuchungen
Der Einsatz der Sicherheitskräfte wird ab den frühen Morgenstunden des Mittwochs, dem 10., streng sein. Vertreter der Mossos d’Exquadra haben angekündigt, dass die Polizeipräsenz auf den Straßen entlang der Route „intensiv“ sein wird, um jegliche Art von Zwischenfall zu verhindern.
- Zugangsbeschränkungen für Fußgänger: Bürger, die sich an die Strecke begeben, müssen verschiedene Kontrollpunkte passieren, die von den Beamten an den Zugängen zur Straße überwacht werden.
- Zulassungsbeschränkung: Sollte es zu großen Menschenansammlungen kommen, wird die regionale Polizei die Zugänge sperren, um den Zutritt weiterer Besucher zu verhindern.
- Hausbesuche: Als vorbeugende Maßnahme vor dem Durchzug der päpstlichen Delegation werden Polizeikräfte Inspektionen in den Wohnungen durchführen, die sich in den Gebäuden der Straßen befinden, die für die Fahrt im offenen Wagen vorgesehen sind.
Einschränkungen im Eixample und öffentliche Übertragung
Für die Hauptzeremonie in der Sagrada Familia, die gegen 19:00 Uhr stattfindet, haben die Mossos d’Esquadra und die Guardia Urbana einen Sicherheitsbereich eingerichtet, der insgesamt neun Häuserblocks im Eixample rund um die Basilika absperrt.
Wer keine offizielle Akkreditierung hat, aber die Messe von außen, die Segnung des Turms oder die anschließende Drohnen-Show mitverfolgen möchte, kann sich in drei speziell ausgewiesene Bereiche begeben:
Aussichtspunkte für die Öffentlichkeit
- Kreuzung der Calle Rosellón mit der Calle Marina
- Kreuzung der Calle Rosellón mit der Avenida de Gaudí
- Kreuzung der Straßen Provenza und Lepanto
Straßensperrungen, geschlossene U-Bahn-Stationen, Verkehrsbeschränkungen und Zugangskontrollen in drei Stadtteilen von Barcelona
Um die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf des historischen Besuchs von Papst Leo XVI. in Barcelona zu gewährleisten, hat die Stadt ein beispielloses Verkehrskonzept entwickelt, das den gewohnten Rhythmus der Stadt vorübergehend verändern wird. An drei entscheidenden Tagen wird es in zentralen Stadtteilen wie Ciutat Vella, L’Eixample und Sants-Montjuïc zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, Parkbeschränkungen und strengen Zugangskontrollen kommen, wobei insbesondere die Umgebung der Kathedrale, des Montjuïc und der Sagrada Família besonders abgesichert wird.
Parallel dazu wird ein Sonderplan für den Nahverkehr umgesetzt, um die Auswirkungen auf den öffentlichen Raum zu mildern und die enorme Nachfrage nach Transportmöglichkeiten aufzufangen. Obwohl die Taktfrequenzen von U-Bahn und Bussen deutlich erhöht werden, erfordern die Sicherheitsauflagen die Umleitung zahlreicher oberirdischer Linien und die vollständige Sperrung strategisch wichtiger Stationen wie der Sagrada Família, sodass sowohl Einwohner als auch Besucher ihre Mobilität sehr frühzeitig planen müssen.
Riesenbildschirme, um den Besuch des Papstes zu verfolgen
Um die Verfolgung der Feierlichkeiten zu erleichtern, wird die Stadtverwaltung zwei Großbildschirme im öffentlichen Raum aufstellen: einer wird am Triumphbogen stehen und der andere auf der Plaça de les Glòries, direkt vor dem DHub.
Diese kommen zu den Bildschirmen hinzu , die in der unmittelbaren Umgebung der Kirche aufgestellt werden. Im Gegensatz dazu wiesen Sprecher des Erzbistums darauf hin, dass man sich aus rein sicherheitstechnischen Gründen dagegen entschieden hat, Bildschirme außerhalb des Olympiastadions aufzustellen.