Es gibt Bilder, die fest im Gedächtnis der Stadt verankert zu sein scheinen, wie zum Beispiel der Blick auf die Hänge des Montjuïc, die an unseren großen Festnächten von Feuerwerk und Musik erhellt werden. Doch Barcelona ist ein lebendiges Wesen, das sich ständig weiterentwickelt. In der zweiten Jahreshälfte wird die Stadtverwaltung die beiden größten Veranstaltungen des lokalen Kalenders – das Piromusical von La Mercè und die Silvesterfeier – von ihrem historischen Veranstaltungsort verlegen, da die intensiven Bauarbeiten auf dem Fira-Gelände logistische Probleme verursachen.
Die Umbauarbeiten machen es absolut unmöglich, Veranstaltungen dieser Größenordnung auszurichten – man bedenke, dass das Feuerwerk im vergangenen September 110.000 Menschen anzog und zum Glockenschlag 115.000 Besucher zusammenkamen. Damit die Stadt weiterhin in großem Stil feiern kann, wird das Feuerwerk mit Musikbegleitung (Piromusical) die Meeresbrise am Strand von Bogatell genießen, während die Begrüßung des neuen Jahres auf den Berg verlegt wird, um dort auf der weitläufigen Anella Olímpica erlebt zu werden.
Live-Musik hält sich an ihrem Platz
Auch wenn Feuerwerk und Trauben ihre Koffer packen, wird es auf der klassischen Avenida de la Reina Maria Cristina nicht still bleiben. Die Bauarbeiten haben keinen Einfluss auf die üblichen Konzerte der La Mercè-Feste, sodass die riesige Musikbühne, die jedes Jahr aufgebaut wird, an ihrem derzeitigen Standort bleiben wird.
Da der Wechsel des Veranstaltungsortes nach Bogatell nun feststeht, nimmt das Piromusical 2026 bereits Gestalt an. Nach der erfolgreichen Musikauswahl durch Estopa im Jahr 2025 hat die Stadt nun schon die Nachfolger gefunden, die den Himmel über Barcelona zum Schwingen bringen werden. Wie Kulturdezernent Xavier Marcé im Ausschuss verriet, fiel der Auftrag an eine „sehr bekannte“ katalanische Band, wobei noch offen bleibt, wer genau die Auserwählten sein werden.
Ein Dominoeffekt im Kulturkalender
Die Kräne haben nicht nur die Volksfeste durcheinandergebracht; der Kulturkalender von Barcelona versucht schon seit Monaten, die Puzzleteile zusammenzufügen, die der Abriss der Pavillons der Fira de Montjuïc mit sich bringt. Das Festival Sónar+D musste seine Veranstaltungen bereits in die Llotja de Mar verlegen, und die Comic Barcelona sah sich gezwungen, alle Aussteller und Bühnen auf einer Fläche unterzubringen, die deutlich kleiner ist als bei früheren Ausgaben.
Diese Erneuerung des Messegeländes hat ein klares langfristiges Ziel: den Bau des neuen Kongress-Amphitheaters im Palacio de Alfonso XIII und die Ausstattung des Stadtteils Poble-sec mit einer neuen Sporthalle. Allerdings muss man sich erst mal an die Alternativen gewöhnen, denn die Bauarbeiten werden voraussichtlich 2027 ihren Höhepunkt erreichen, wenn alle Paläste auf dem Gelände gleichzeitig umgebaut werden. Das bedeutet, dass die erzwungenen Umzüge auf der Avenida de la Reina María Cristina sich mindestens noch über das nächste Jahr hinziehen werden.