Der Verwaltungsrat von CASA 47, der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft, die dem Ministerium für Wohnungswesen und Stadtentwicklung untersteht, hat die Bedingungen für eine öffentliche Ausschreibung in Höhe von 100 Millionen Euro zum Erwerb von Privatwohnungen in ganz Spanien genehmigt.
Die gekauften Immobilien werden in den öffentlichen Bestand aufgenommen und für bezahlbare Mieten genutzt. Interessierte Eigentümer können ihre Angebote vier Monate lang ab dem Tag nach der Veröffentlichung der Ausschreibung auf der Plattform für öffentliche Aufträge, die in den nächsten Tagen geplant ist, einreichen.
Welche Wohnungen kann der Staat kaufen?

Nicht alle Wohnungen kommen in Frage. Die Ausschreibung legt ein bestimmtes Profil fest: Wohnungen zwischen 40 und 120 m² ohne jegliche öffentliche Förderung, die sich in Hochhäusern befinden – Einfamilienhäuser sind ausgeschlossen.
Außerdem müssen sie nach außen gelegen sein, Fenster zur Straße oder Innenhöfe mit den vorgeschriebenen Mindestabmessungen haben und dürfen keine fensterlosen Zimmer haben.
Was den Zustand der Immobilie angeht, muss das Gebäude eine positive technische Gebäudeinspektion (ITE) haben, und Wohnungen, die über dem vierten Stock liegen, brauchen einen Aufzug. Die Wohnung muss leer übergeben werden, mit ihren Einrichtungen und der Küchenausstattung, und mindestens eine Küche, ein Wohnzimmer oder einen Hauptraum und ein komplettes Badezimmer haben. Lofts und Studios sind auch okay, wenn sie die anderen Anforderungen erfüllen.
Wie wird jedes Angebot bewertet?

Der Kaufpreis ist nicht frei wählbar: CASA 47 zahlt immer den niedrigsten von drei möglichen Werten. Der erste ist der vom Verkäufer geforderte Preis. Der zweite ist der offizielle Schätzwert, der von einem von der Banco de España zugelassenen Gutachter ermittelt wurde. Der dritte ist der durchschnittliche Verkaufspreis pro Quadratmeter, der vom Statistikportal der Notare für dieses bestimmte Gebiet registriert wird.
Dieser dreifache Filter verhindert, dass der Staat mehr bezahlt, als der tatsächliche Marktpreis beträgt. Beispielsweise hat eine 70 m² große Wohnung in einer Gegend, in der der Durchschnittspreis bei 2.000 €/m² liegt, einen maximalen Kaufpreis von 140.000 Euro, unabhängig davon, was der Eigentümer verlangt oder was die Bewertung ergibt.
Das Gesamtbudget deckt auch die Kosten und Steuern, die durch den Kauf entstehen, und, wenn die Wohnung es braucht, die Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten, solange die Gesamtkosten nicht mehr als 110 % des Schätzwertes betragen.
Welche Wohnungen haben Vorrang?

Die Ausschreibung wird nicht allen Angeboten das gleiche Gewicht geben. Vorrang haben Wohnungen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt, also in Gegenden, in denen Haushalte mehr als 30 % ihres Einkommens für Wohnkosten ausgeben.
Angebote für ganze Wohnblocks oder Wohnanlagen werden besser bewertet als Angebote für einzelne Wohnungen.
Andere Faktoren, die ein Angebot in der Ausschreibung besser machen, sind die Einhaltung der Vorschriften zur universellen Barrierefreiheit, eine kürzlich erfolgte umfassende Sanierung und eine Energieeffizienzklasse A, B oder C.
Die Übereinstimmung mit der Stadtplanung und die wirtschaftliche Effizienz der Transaktion sind auch Teil der Vergabekriterien.
Die Initiative ist Teil des Ziels der Regierung, den öffentlichen Wohnungsbestand auf europäische Standards anzuheben, wonach der Anteil des sozialen Wohnungsbaus bei etwa 8 % des Gesamtbestands liegt.
Nach Angaben der Regierung liegt Spanien weit unter dieser Zahl, und der direkte Kauf bestehender Wohnungen ist neben dem Neubau, der Sanierung und der Einbeziehung staatlicher Vermögenswerte in das Vermögen von CASA 47 eine der vorgesehenen Möglichkeiten.