Das Ritual, eine Pizza an einem gemeinsamen Tisch zu teilen, hat etwas Anziehendes. Das klare Knuspern des Teigs, der Duft, der den Raum erfüllt, und diese gastronomische Gewissheit, dass das Produkt hier mit fast handwerklicher Hingabe verwöhnt wird. Diese tägliche Verbundenheit zwischen den Öfen und den Nachbarn hat gerade die höchste internationale Anerkennung erhalten und bestätigt, dass hier auf außergewöhnlichem Niveau gebacken wird.
Der renommierte Guide „50 Top Pizza“ hat seine neue Liste der besten Pizzerien Europas veröffentlicht – ein Ranking, das Lokale aus Italien ausschließt und auf einem sorgfältigen System anonymer Inspektionen basiert. Bei der Auswahl wurden sieben Lokale aus dem ganzen Land ausgewählt, wobei die Projekte aus Barcelona und Katalonien eine absolut privilegierte Position einnehmen und sich damit einen direkten Platz im großen Finale der hundert besten Pizzerien der Welt sichern, das am kommenden 15. September in Neapel stattfindet.
Der Pizza-Stolz von Barcelona
Die katalanische Hauptstadt stellt erneut ihre gastronomische Stärke unter Beweis und platziert zwei ihrer Vorzeige-Adressen in der Elite des Kontinents. Den großen lokalen Triumph feiert die „Sartoria Panatieri“, die sich einen spektakulären fünften Platz in der Rangliste gesichert hat. Mit diesem Ergebnis schafft sie den Sprung in die begehrten europäischen Top 10 und macht Spanien neben Großbritannien zum einzigen Land mit doppelter Präsenz an der Spitze der Rangliste.
Der Erfolg Barcelonas festigt sich etwas weiter unten auf der Liste dank „Balmesina“, das einen verdienten 17. Platz belegt. Seine Präsenz in diesem Ranking unterstreicht die Stärke des gastronomischen Angebots der Stadt, in der die italienische Haute Cuisine für die einheimischen Gäste zu einer natürlichen und alltäglichen Sprache geworden ist.
Die große ländliche Überraschung aus der Garrotxa
Die katalanische Vertretung in dieser Ausgabe hat außerhalb der Großstadt noch ein Ass im Ärmel. Auf Platz 39 der Rangliste steht Gasparic, ein Lokal in Santa Pau (Girona), einer kleinen Gemeinde mit gerade mal 1.500 Einwohnern, die es geschafft hat, ihren Namen neben die großen europäischen Hauptstädte zu setzen. Das Lokal, das zum ersten Mal in dieser Rangliste auftaucht, war zuvor bereits bei den „The Best Pizza Awards“ ausgezeichnet worden.
An der Spitze dieses Projekts steht der Pizzaiolo Eloi Torrent, der auf ein einzigartiges Erlebnis setzt, das von der Identität der Region Garrotxa geprägt ist. Sein Markenzeichen ist das „Padellino“-Format und die Technik des doppelten Garvorgangs (frittiert und im Ofen gebacken). Auf seiner Speisekarte finden sich traditionelle Optionen wie die „Margarita“ für 13 Euro, innovative Kreationen wie die doppelt gegarte „Melanzane“ für 21 Euro und sein exklusivstes Angebot, das „Padellino“ mit Garnelen aus Palamós für 39 Euro.
Der Rest der nationalen Rangliste
Auch wenn die europäische Liste zum dritten Mal in Folge von der Londoner „Napoli on the Road“ angeführt wird , vervollständigen die übrigen spanischen Auszeichnungen eine kulinarische Landkarte der Extraklasse. Den zweiten Platz auf dem europäischen Podium hat sich die Madrider „Baldoria“ gesichert, die sechs Plätze gutmacht und offiziell zur besten Pizzeria Spaniens gekürt wird. Die spanische Hauptstadt ist außerdem mit „Fratelli Figurato“ auf Platz elf in der Liste vertreten.
Auch der Norden der Halbinsel beansprucht seine Rolle bei diesem internationalen Wettbewerb. In Santiago de Compostela debütiert die Pizzeria Oura auf Platz 14 – ein Projekt von Julio Gómez, der unter dem Motto „bewusste Pizza, Wurzeln ohne Folklore und Tradition ohne Nostalgie “ kocht und dabei einheimische Zutaten wie das keltische Schwein, Bonito aus Burela oder Paprika aus Padrón verwendet, mit Angeboten, die von 12 Euro für die Margarita bis hin zu Degustationsmenüs für 35 und 50 Euro reichen. Schließlich rundet das Projekt „Demaio“ aus Bilbao die glänzende nationale Beteiligung ab und sichert sich Platz 16 der Rangliste.